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WAHRGEBEN - Ermächtigung durch den subjektiven Blick

Die Aufmerksamkeit eines Menschen wird durch seine Wahrnehmungsfilter bestimmt. Wahrnehmung beschreibt den Vorgang, in dem wir Dinge aufnehmen, die zu unseren Sinnen, so wie sie konfiguriert sind, passen. Das bedeutet, wir nehmen Dinge letztlich wahr, um uns und unser altes Selbst zu bestätigen. Die Augen sind so konfiguriert, dass sie das sehen können, was sie gewohnt sind zu sehen. Die Ohren hören das, was sie gewohnt sind zu hören. Auch das Körpergefühl ist ein gutes Beispiel dafür, wie unmöglich es ist, auf gewohnte Weise über die Inhalte, die wir für gewöhnlich wahr-nehmen, hinweg zu kommen. Ein Großteil der Menschen, denen man vorschlägt, irgendein Körperteil zu spüren, reagiert darauf mit einem Streck- oder Schüttelimpuls, der meistens von einer Erinnerung an eine alte Wahrnehmung aus diesem Körperteil gesteuert wird.

 

Solange die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung nicht geschult ist, kann unsere Erfahrung wenig anderes, als die Erinnerung an das Gewohnte produzieren. Wahrnehmungsschulung ermöglicht die Überwindung dieser einengenden Art des Realisierens durch Wiedererkennung und Erinnerung von gewohnten meist unangenehmen Phänomenen. Sie ermöglicht es, Position zu beziehen und soviel Klarheit in die Aufmerksamkeit zu bringen, dass sich eine Grundlage für die Freiheit des Selbsterlebens bilden kann. Dadurch beginnt die Wahrnehmung, eine neue Richtung zu bekommen. Sie kann sich von einer nehmenden, nach inneren Abgleichen und Bestätigungen suchenden zu einer nach Aussen reichenden, gestaltenden und gebenden Bewusstseinsfunktion wandeln.

Die Schulung der Verlagerung von Aufmerksamkeit auf positive und stärkende Aspekte, wie beispielsweise die zelluläre Lebendigkeit, löst Identifikationen mit gewohnten Erfahrungen mitunter soweit auf, dass sogar Schmerzempfinden überwunden wird. Wahrgebung beschreibt diese kreative Ausrichtung der Aufmerksamkeit in allen Lebensbereichen. Sie ermöglicht einen neuen Zugang zu unserer Realität, der uns erlaubt das Leben mehr und mehr durch Erlebnisfaktoren bestimmen zu lassen, die wir bewusst einbringen.

 

In Beziehungen, in denen wir in der Sackgasse gelandet sind, wird uns Wahrnehmung lediglich ermöglichen, unsere Rechthaben zu stärken und mehr Abstand entstehen zu lassen. Solange wir wahrnehmen, können wir nicht anders, als Menschen auf eine gewisse Art und Weise anzuschauen und unter dem, was wir entdecken, genauso leiden oder uns aufregen, wie wir uns in unserer Kindheit und Jugend unbewusst entschieden haben, die Dinge zu sehen und darunter zu leiden oder uns darüber aufzuregen. Wahrgebung begegnet den Situationen auf erfolgsversprechendere Weise. Wir beginnen, die Qualitäten, die uns fehlen, in uns zu erahnen, zu fühlen, einzubringen und zu sehen, bis wir die Stelle erreicht haben, an der die Situation nicht nur erträglich und o. k. ist, sondern sogar gut und begeisternd.

 

Dieser sehr ermächtigende Zugang bringt unser Herz-, unser Seelen- und Bewusstseinspotenzial in vollem Ausmaße in Erscheinung. Auch wenn es sich nach Gehirnwäsche anhören mag und es den rational fixierten Verstand auf die Palme bringen könnte, beginnt erst, in dem wir anfangen wahrzugeben, das eigentliche Abenteuer der Selbstverwirklichung.

 

Das Beharren auf die Veränderung des anderen oder einer Situation kann sich dadurch auflockern und auflösen, genauso wie Gefühle der Machtlosigkeit, Totheit, und die alten Ängste davor, zum Opfer gemacht zu werden. Es ist der Anfang der Heilung des Nehmens, das vorher jede Situation um ihr Potenzial beraubt hatte, weil es uns an der Fähigkeit mangelte, uns unterstützender, gestaltender und großzügiger einzubringen.

 

 

Anwendung Wahrgeben:

 

1. Such Dir ein herausforderndes Thema oder einen Konflikt aus, den Du unterstützen beziehungsweise befreien möchtest.

 

2. Spüre, welche Sogkraft Deine alte Sichtweise hat und wie stark sie von Wahrnehmung geprägt es ist.

 

3. Lass Deine Wahrnehmung los! Befreie Dich von ihr in diesem Zusammenhang sowie von allen Wahrnehmungsfiltern, die zu diesem Thema darauf pochen, recht zu behalten und Deine Sichtweise komplett einschränken.

 

4. Will die Situation in einem völlig neuen Licht sehen!

 

5. Öffnen Deine Intuition für die Neugierde, um alle Qualitäten und Seinsweisen kennenzulernen, die zu diesem Thema in Dir als Lösungsinvestitionen potentiell seit langem schlummern.

 

6. Öffne Dein Herz, Deinen Kiefer und Deine Sehnsucht danach, Deine Welt an dieser Stelle komplett von Deiner leidvollen und genervten Sichtweise zu befreien und auf eine neue Ebene der energetischen Schwingungsfrequenz zu heben.

 

7. Lass alle Arten und Qualitäten Deines energetischen Bewusstsein, die jetzt durchkommen möchten, in diese Situation oder Beziehung hineinfließen und beginne, sie so zu sehen, wie Dein wahrgebendes Wesen sie bewusst gestalten möchte.

 

8. Erlaube Dir, von der Schönheit Deiner Schöpfung und Ko-Kreation geblendet zu werden und werde neugierig, welche anderen Lebensbereiche auf diese Weise unterstützt werden möchten.

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