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Atem – los! - Auf Empfang schalten versus Luftholen

Alexander-Technik und die Unterstützung des guten Atmens

Unser Atem ist das Ergebnis komplexer Zusammenspiele etlicher Systeme. Er unterliegt ihren Funktionsweisen, Gesetzmäßigkeiten, den involvierten Strukturen und deren Bedürfnissen. Einerseits ist es eine Aktivität, in der viele unter- und unbewusste Prozesse zusammenlaufen und die unbewusst gesteuert ist, andererseits ist auch die bewusste Aktivierung und Steuerung einzelner Aspekte des Atemgeschehens möglich. Aufgrund der intensiven Einbindung und Abstimmung mit sämtlichen Lebensprozessen ist der Atem extrem flexibel, anpassungsfähig und auch leicht zu stören. Ohne dass wir es zwangsläufig bemerken, verändert er sich in Tiefe, Regelmäßigkeit und Spontaneität sogar durch kleinste Veränderungen unserer Aufmerksamkeit. Je nachdem worauf wir schauen und sogar wie wir darauf schauen, hat konkreten Einfluss auf die Atemaktivität. Besonders unmöglich und gleichzeitig aufschlussreich ist es deshalb, den eigenen Atem zu beobachten, ohne ihn zu verändern.

 

Die F. M. Alexander-Technik unterstützt unter anderem dadurch, dass sie dabei hilft, die Abstimmung unserer Handlungskraft auf jede Tätigkeit zu aktualisieren, neu zu organisieren und so zu optimieren. Dadurch werden die Stellen und Abläufe unseres Alltags bewusst, an denen übermäßige Spannung an den falschen Stellen am Werk ist und uns bei der erfolgreichen Ausübung unserer Tätigkeiten stört. Durch diese Bewusstwerdung beginnt sich unser Organismus selbstständiger an die Herausforderungen von Situationen anzupassen und besser zu regulieren.  Überall wo das stattfindet, entstehen als Nebenprodukte Spontaneität, Lebendigkeit, Bewusstsein und Entspannung. Die Selbstregulierung, die dabei auf allen Ebenen wieder stattfinden kann, gibt Zugang zu vitalen Reflexen und unterstützt die Gesundheit.

 

Dieser Artikel ist eine Einladung dazu sich etwas tiefer gehen mit dem Atemgeschehen und den dazugehörigen Prozessen zu beschäftigen, um das Potenzial an Freiheit und Schwung, das dieser wunderbare Aspekt des Lebens zur Verfügung stellt so gut wie möglich zu nutzen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um das zur Verfügung stellen von relativ grundlegenden Informationen über die Funktionsweise des Atems zu vermitteln, um uns selbst und den involvierten Strukturen und Dynamiken gegenüber verständnisvoller zu werden. Die Unterstützung des Atems durch die bewusste und detaillierte Kontaktaufnahme mit Brustkorb, Brustbein, Zwerchfell, Wirbelsäule, Schultergürtel, den Lungenflügeln und der Beschäftigung mit dem Lungenvolumen sowie die detaillierte Anleitung zur Arbeit mit den Reflexen wird an anderer Stelle beschrieben werden.




Atem im Alltag - Tief durchatmen

Wir alle erfreuen uns meist unbewusst an der unmittelbaren und spontanen Verfügbarkeit der Atemaktivität. Sie ist ein wichtiger Aspekt unseres Selbsterlebens, der besonders auch Momente und Regungen des Wohlbefindens begleitet. Gähnen, einfach mal tief durchatmen, erleichtertes und erleichterndes Seufzen, loslassendes Stöhnen, einen langen Atem für Sport und Freizeitaktivitäten haben, gehören zu solch erfreulichen Atemzuständen. Besonders “Hochleistungsatmer”, wie Sportler, Sänger, Schauspieler und Bläser sind darauf angewiesen, dass ihr Lungenvolumen voll und ganz ausgeschöpft wird, damit die Einatmung so selbstverständlich, schnell, tief und unangestrengt wie möglich erfolgen kann und die gute Versorgung mit Luft und Sauerstoff zur Ausführung der gewünschten Aktivitäten gewährleistet ist. 

 

Das scheue Reh der Atemdynamik - Wie leicht Störungen entstehen 

In seiner Durchlässigkeit für sämtliche Prozesse ist der Atem sehr anfällig für Stress im Innen und Außen. Er kann wegbleiben, ins Stocken kommen und flach werden. Schreck, Stress und Angst können dazu führen, dass verschiedene für den Atem relevante Körperbereiche festgehalten oder hochgezogen werden und der Kontakt nach unten verloren geht. Durch solche Zurückhaltung, können diese Stellen, ihre Schwerpunkte und ihr Gewicht nicht mehr so gut in die Bewegungsdynamiken des Atems hinein freilassen und die völlige Ausatmung unterstützen. So gibt es schnell nicht mehr genug inneren Raum und Schwung für die nächste Einatmung und es kommt zu Kurzatmigkeit.

 

Die Gewohnheiten des Luftholens - Außer Atem kommen

Je nach Lebensgeschichte können sich mitunter ziemlich gestörte Atemmuster entwickeln und auf prägende Weise selbstverständlich werden. Auch ungewollte Hemmungen können zur Gewohnheit werden, das Atemgeschehen stören und Beklommenheit erzeugen. Gewohnheiten wirken sich nicht nur auf die Körperstellung und die Funktionalität von Abläufen aus, sie beeinflussen auch dadurch, dass sie die Taktung des Nervensystems mitgestalten. So bekommen je nach Stresslevel, Erregbarkeit oder Dickhäutigkeit gedankliche und psychische Impulse Einfluss auf das Atemgeschehen. Die einzelnen Aspekte der Atemtätigkeit durch Entstörungsimpulse zu unterstützen und zu befreien, wie es die Alexander-Technik macht, ist ein nachhaltiger Zugang und stärkt das Verständnis dafür, wie ganzheitlich die Prozesse im Organismus organisiert sind.

 

Reflex! - Don’t do it! - Eigendynamiken einladen und wirken lassen

Wie bei vielen lebenserhaltenden Maßnahmen brauchen wir ebenfalls vom Atem, dass er auch dann gut funktioniert, wenn das Bewusstsein, wie zum Beispiel beim Schlafen, teilweise ausgeschaltet ist. Hierfür sorgt der unwillkürliche Atemreflex mit seiner körperintelligenten Integration von Zusammenhängen. Zur Unterstützung des Atmens ist es hilfreich, in Kontakt mit seiner Eigendynamik zu sein und das Verständnis für sie immer weiter zu erhöhen.

 

Anwendungen zur Atempraxis 1-3?

 

Go with the flow! - Dem Atem seinen Lauf lassen - Das Fließen unterstützen

Die Erlaubnis, “den Atem laufen zu lassen", bringt eine weitere, sinnvolle Perspektive auf und Unterstützung des unwillkürlichen Atemgeschehens. Durch diesen lassenden Zugang kann der Selbstläufer-Aspekt des Atems bewusst gemacht und besser verstanden werden. So können wir lernen, das Nervensystem tiefer zu erleben und zu entspannen. Das Alexander-Technik-Prinzip des “Non-Doing” kommt dem sehr zugute und verhilft zu mehr Einklang zwischen uns, unserem Atem und unseren Aktivitäten. Auch die Fähigkeit zwischen “gemachten” und “zugelassenen” Arten der Atem-Unterstützung zu unterscheiden und sie gezielt für die Steuerung Atemprozesses einzusetzen, wird dadurch erhöht.

 

Eile mit Weile - Nerven(system) zügeln

Eine im Zusammenhang mit der Schulung des Atems wichtige Fähigkeit besteht darin, ihn erwarten und einzuladen zu können. Hierzu ist es notwendig, sich nach der Ausatmung an einen Ort im Inneren zu bewegen, der geduldig genug ist, um den nächsten Atemzug auf entspannte Weise zu hemmen oder zu inhibieren. Man nimmt dazu eine Haltung ein, als ob man gerade an einen Froschtümpel herangetreten wäre, alle Frösche vertrieben oder zum Untertauchen gebracht hätte und jetzt in Stille wartet, bis sie wieder zum Vorschein kommen. Schon die Geduld, die durch diese Vorgehensweise aufgebracht wird, übt direkten Einfluss auf das Nervensystem und seine Taktung aus. Mehr Ruhe, mehr Selbsterleben und mehr Klarheit darin sind die Folgen. Wenn die Zeit gekommen ist und sich das Bedürfnis nach der nächsten Einatmung so deutlich zeigt, dass die absichtliche Hemmung beginnt anstrengend zu werden, können wir durch bloßes Loslassen den nächsten Atemzug auf eine Weise erlauben, die eine starke Einbindung der Reflexdynamik einlädt. Je länger wir warten, desto stärker und wilder wird die Luft eingesaugt und der natürliche Lebenswille, der in der Organik des Atemgeschehens verkörpert ist, kann sich sehr deutlich offenbaren. Eine weitere Auswirkung dieses Zugangs ist, dass der Atem tiefer einströmt und körperlicher gespürt wird. 

 

Atem - los! - Tiefe, Zentrum und Ausrichtung einladen

Das Freigeben des Atems ist ein schneller Zugang zur Kontaktaufnahme mit seinen unmittelbaren Bedürfnissen und ihrer Entsprechung. Nicht nur die Frage danach, ob es Zeit für die nächste Ein- oder Ausatmung ist, auch der Bedarf nach Tiefe und Richtungen kann sich hierdurch zeigen und authentische Umsetzung finden. Die Absicht, in alle Richtungen loszulassen, unterbricht sämtliche Kompensationen und Übertreibungen und zentriert unser Körperbewusstsein auf gründliche und entspannte Weise, um den Atemprozess und alle Bewegungen und Impulse der involvierten Bereiche herum.




Die einladende Körperstellung - Den Weg frei machen / Die Strukturen nutzen

Ähnlich der Prägungen des Nervensystems hat auch der strukturell-funktionale Umgang mit uns selbst über die Körperstellung starken Einfluss auf die Freiheit, Gelassenheit, Effizienz und Tiefe des Atmens. Arme, Schultern und Brustbein werden im Zuge der Gewohnheiten von Körperstellung oft so weit nach vorne und unten gezogen, dass die Spitzen der Lungenflügel deprimiert werden und Runterziehen an der gesamten Vorderseite führt oft zu Belastung der Atemorgane.

 

Atem und Übungen - Drücken, pusten und saugen (?)

Wie bei allen Reflex-basierten Aktivitäten ist es auch beim Atem nicht leicht, sicherzustellen, dass Übungs-Initiativen nicht dazu führen, dass der gesunde Reflex zugunsten einer neuen Idee von “Richtig Machen” geschwächt wird.

Viele Trainingsmethoden (für Atem, Bewegung und Fitness) basieren auf Konzentration und dem Aufbau von Muskelkraft und Tonisierung von Bauch-, Oberarm- und Brustmuskulatur. Strukturell bedienen sie dadurch häufig, die oben erwähnten, bereits unbewusst aktiven  psycho-physischen Verkürzungsmuster in diesen Bereichen. So kommt es zu den, für das freie Atmen ungünstigen, einschränkenden, bedrückenden Situationen in Wirbelsäule, Brustrippen, Schlüsselbein und Schultern. Konzentration auf den Atem kann schnell zur Entkopplung vom natürlichen Selbstverständnis, Spontaneität und Atemtiefe führen.

 

TIP: Eine der besten expliziten Übungen für Einsteiger in die Atemschulung durch Körperbewusstsein  liegt in der Kontaktaufnahme mit der Sensorik der Hände und dem Training der Wachheit darin. Sie haben eine Schlüsselfunktion für die Entwicklung und das Aufrechterhalten einer guten Verbindung zwischen Fingerspitzen, Armen, Schultern und Rücken. Mit minimaler Aufmerksamkeit ermöglicht dies in allen Situationen die permanente Aktualisierung der Stellung des Schultergürtels und die damit einhergehende Befreiung des Brustkorbs.

 

Der organische Auftrieb - Innere Stützkräfte aktivieren

Die Erinnerungen an die Reflexe für den natürlichen Auftrieb im Oberkörper sowie in den Armen sind eine großartige Möglichkeit im Zusammenhang mit dem Atem, hoch- und runterziehenden Tendenzen in Brust, Rücken, Schultern, Hals und Kopf entgegenzuwirken. Die Kraft der lebendigen inneren Unterstützung zwischen Hand und Brust, Hand und Kehle zu entdecken, wiederherzustellen und am Laufen zu halten, sogar in hohen Stressphasen ist besonders für Sprecher, Sänger, Bläser und Sportler eine große Bereicherung. Je nach Dichte, Gewicht, Richtungen und Reflexen sorgen die organischen Strukturen in Oberkörper und Hals für unterschiedlichste Impulse der Ausrichtung in Körperstellung und Bewegung, die das Atemgeschehen unterstützen. Für den Atem, aber auch für eine gute Gesamtkörperstellung ist es wichtig, sich der Hilfe Reflexe und ihrem Funktionieren in Armen und im Oberkörper sicher sein zu können und ein Gefühl von Getragen-Sein in Brust, Schulter, Kopf zu erleben können.

 

Erdung - Boden finden und runterkommen 

Erdung und Vertrauen gehen Hand in Hand. Im Lehrer-Schüler-Verhältnis beispielsweise, kann Erdung leicht dadurch entstehen, dass der Lehrer dem Schüler gegenüber das Vertrauen in dessen Lernerfolge ausstrahlt. Das Unvertrauen, das in diesem Zusammenhang durch Druck erzeugt wird, führt dagegen oft zu Erfolgs-verhinderndem Festhalten und Verspannungen. Um Ausgewogenheit in Körperstellung und Atemprozessen zu ermöglichen ist es wichtig gute Argumente und Umstände hierfür herzustellen. Genauso, wie man den Atem nicht durch Hochziehen einsaugen will, ohne auf den natürlichen organischen Auftrieb zu verzichten, will man auch nicht runterziehen, -drücken oder -treten, um Erdung zu erzeugen. Beides würde zu großen funktionalen Beeinträchtigungen führen. Im Körperbewusstsein Platz für die Erfahrung der Füße, des Boden und seiner Unterstützung zu machen ist andererseits für die Entwicklung einer gelassenen und kraftvollen Atemdynamik, wie auch für viele andere Lebensprozesse sehr lohnend. Tatsächlich bringt Selbstkontakt immer eine Orientierung nach innen und unten und ermöglicht sowohl die stärkere Erfahrung und Nutzung der Erde unter uns als auch die Fähigkeit, Erdung in einzelnen Bereichen auf Zellebene zu entwickeln. Dies steigert die Fähigkeit, runterzukommen oder sich zu entspannen, gelassen zu sein und locker. Bodenkraft kann so beginnen zu wirken. So können Vertrauen und Unterstützung in unsere Aktivitäten hinein wirken und ausgeglichene, koordinierte und stimmige Körperstellung und Bewegungsabläufe ermöglichen.

 

Luft rauslassen - Bedingungen für den kraftvollen Neuanfang

Eine Phase im Atemgeschehen, die großen Einfluss auf Rhythmus, Tiefe und Gelassenheit hat, ist das Ende der Ausatmung. “Wann ist die Luft wirklich raus?”, “Wie viel Körpergewicht von Brustbein, Rippen, Flanken und Lungenflügel selber kann ich in diesem Prozess mitwirken lassen?”, sind Fragen, die besonders für Menschen hilfreich sind, die sich öfter in Atemnot befinden oder asthmatische Zustände kennen. Entgegen dem oft vorherrschenden Empfinden, liegt die Herausforderung in diesen Situationen oft nicht darin, mehr Luft zu empfangen, sondern mehr Raum für Neues dadurch zu erschaffen, dass wir alte Luft los- und rauslassen. Ein guter Dialog mit den Körperbereichen, die in den Atemprozess involviert sind und die Fähigkeit die Ausatmung durch Freigeben zu unterstützen helfen dabei, die natürliche Körperstellung auch bei kraftvoller, aktiver Ausatmung nicht zu verformen oder zu stören. Hierdurch wird es ebenfalls möglich, die Freiheit, völlige Tiefe und Höchstgeschwindigkeit in der Einatmung, durch das Loslassen aller, den Atemraum komprimierenden Aktivitäten zuzulassen.

 

Rhythm is it - Schwung für das Denken, Gehen, Singen und Blasmusizieren

Wie oben schon erwähnt, ist unsere Atemdynamik auf sämtliche Prozesse des Lebens abgestimmt und von ihnen beeinflusst. Je nach Typus, Vorlieben, Beruf und Gewohnheiten sind wir gewohnt, unsere Aufmerksamkeit in einer gewissen Weise aufrecht zu halten, zu gestalten oder zu dosieren. Zwei Grundtypen oder Pole in diesem Konfigurationsspektrum können auf musikalische Weise definiert und unterschieden werden. Die Metaphern von “rhythmisch” und “melodisch” sind hilfreich zur Beschreibung des Unterschieds zwischen gehührter und gelassener Aufmerksamkeit. Besonders bei Sängern und Bläsern, aber auch bei anderen, für die Melodie verantwortlichen Musizierenden ist die Herausforderung oft groß, Körperbereiche in Bewegung wirklich dem freien Fall zu überlassen. Im Gehen zeigt sich dies dadurch, dass das rhythmisierende Fallenlassen von Fuß und Bein oft nicht zugelassen wird, weil es unbewusst gebremst ist. Erst recht die Option hörbare Auswirkungen des Körpergewichts im Gehen zu erlauben ist in diesen Fällen selten verfügbar. Dieses Phänomen ist auch in Momenten und Situationen aktiv, die stark durch Konzentration, Denken oder Fühlen und dem Festhängen darin geprägt sind. Das entspannende Freigeben unserer Masse mit seiner rhythmisierenden Wirkung auf das Bewusstsein wird dadurch gebremst, beziehungsweise gehemmt. Diese Zurückhaltung hemmt auch die natürliche Atemfunktion. Andererseits stützt das aktive Freigeben unseres Gewichts und unserer Schwerpunkte durch die Intensivierung der Erfahrung von Bodenkontakt, die Gelassenheit und das Selbstverständnis, das wir brauchen, um freien tiefen Atem zulassen zu können. Auch die Prozesse des Denkens, Fühlens und Fokussierens profitieren von diesem, auf Loslassen basierenden Zugang.

 

Boah ey! – Die Wildheit des Loslassens einladen

Ein weiterer noch drastischer Zugang zur Befreiung des Atems und der Unterbrechung des momentanen Aufmerksamkeits-Programms besteht darin, das Kiefergelenk durch einmalige kurze Entscheidung freizugeben und den Unterkiefer in Höchstgeschwindigkeit so auffallen zu lassen, dass der nächste Atemzug aus heiterem Himmel durch den Mund eingeladen wird. Diese Technik ist keine Lockerungsübung, bei denen man sich oft noch mehr in das aktuelle Spannungsniveau hinein verbeißt. Es ist vielmehr ein, auf staunender Neugier basierender Freigabeimpuls, der den autonomen Atemreflex dazu einlädt, kurzfristig die Atemsteuerung zu übernehmen. Wenn es schnell gehen soll und wir sicherstellen wollen, keine Energie im Nachspüren zu verlieren, empfiehlt sich, diese Entscheidung, durch die Verlautbarung des Wortes Boah zu begleiten.

 

Zum Schluss

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass wir, besonders wenn es um gewöhnliches „Alltagsatmen” geht, besonders die Einatmung nicht aktiv produzieren sollten. So wird es leichter, im Einklang mit dem natürlichen Atemreflex, das psycho-physische Verständnis für dieses Phänomen und seine Eigendynamik zu vertiefen. Dies ist sogar möglich, wenn wir den Atem in bestimmte Bereiche lenken wollen. Atemtätigkeiten und -trainings, die danach trachten, Kraft und Vitalität durch aktive Ausatmung zu erzeugen, erhöhen ihre Wirkung und vermeiden Beeinträchtigungen, wenn sie wach für die Reflexdynamiken der Steuerung und für die Stützstrukturen bleiben können. So vermeiden wir es, die natürliche Körperstellung auch bei kraftvoller, aktiver Ausatmung zu verformen oder zu stören. Hierdurch wird es ebenfalls möglich, die Freiheit, völlige Tiefe und Höchstgeschwindigkeit in der Einatmung, durch Loslassen aller komprimierenden Aktivitäten zuzulassen.

 

 

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